Visual Studio 14 CTP 2 in Azure - Virtuelle Computer einfach erstellen

Von Berndt Hamböck (Gastblogger) Autor Feed 14. August 2014 20:21

Da ich noch auf das Gehäuse für meinen neuen Hyper-V PC warte, ich aber unbedingt Visual Studio 14 CTP2 ausprobieren wollte, stand ich kurzfristig vor einem Dilemma. Ich könnte natürlich mein Entwickler-Notebook missbrauchen, aber für eine CTP möchte ich mir die Arbeit, die dann vermutlich auf mich wartet, um wieder produktiv zu sein, nicht wirklich antun.

Des Weiteren ist ein ATX Unternehmen einer meiner Auftraggeber - der leider noch kein Windows 8/8.1 im Einsatz hat – bei dem das Interesse an Windows Phone 8/8.1 und Windows Store Applikationen aber vorhanden, bzw. sehr groß ist, wofür aber eben Windows 8/8.1 im Einsatz sein sollte. Tja, was tun, eine kleine Ewigkeit hat sich Ratlosigkeit breit gemacht…….bis…ja, bis mir eine wirklich gute Idee gekommen ist.

Zum Glück kommt mir nämlich wieder einmal Microsofts Cloud Lösung – Azure - zu Hilfe (das ist wirklich nicht das erste Mal, aber das werdet Ihr in weiteren Blog Einträgen bestimmt noch nachlesen können), genauer gesagt, die VMs, die bereits fix und fertig zur Verfügung stehen und auf eine Verwendung unsererseits nur warten.

Und genau das ist die Lösung meines momentanen Problems: Das risikolose Testen der neuen Visual Studio Version und das Entwickeln für den Windows Store in der Cloud. Also, nichts wie ran an das Aufsetzen eines virtuellen Computers.

Einrichten der VM mit VS 14 CTP 2

Mit einer bestehenden Azure Subscription sind die Anzahl der Schritte überschaubar, die man braucht, um an eine VM mit VS 14 CTP 2 zu gelangen. Da ich eine MSDN-Subscription mein Eigen nennen darf, kann ich auch jedes Monat Azure im Wert von €150,-- dank Microsoft kostenfrei nutzen.

Die Schritte, die notwendig sind kurz zusammengefasst:

1. Anmelden am Management Portal unter https://manage.windowsazure.com 
2. Anlegen eines virtuellen Computers
3. Konfiguration des virtuellen Computers
4. Start des virtuellen Computers
5. Verbinden mit Remote Desktop

Klingt relativ einfach - ist es auch - wie wir gleich sehen werden.

Anmelden im Portal

Nehmt den Browser eurer Wahl und navigiert zu https://manage.windowsazure.com. Dort meldet Ihr euch mit eurer Microsoft ID und dem Passwort an, danach landet Ihr (wie gewohnt) im Management Portal.

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Nach der Anmeldung wollen wir den virtuellen Computer mit Visual Studio 14 CTP 2 anlegen.

Virtuellen Computer anlegen

Wählt nun auf der linken Seite ‚virtuelle Computer‘ an und klickt auf ‚virtuellen Computer erstellen‘.

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In dem neuen Fenster wählt Ihr nun ‚aus Katalog‘ aus.

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Es öffnet sich ein Fenster, wo alle vorhandenen virtuellen Maschinen aufgelistet sind, die Ihr installieren könnt. Wir sind auf der Suche nach dem Visual Studio 14 CTP 2 Image, dazu habe ich in der Suchleiste das Suchkriterium ‚visual studio‘ eingegeben, dementsprechend wird die Liste der verfügbaren Images eingeschränkt. Voila, Visual Studio Professional 14 CTP 2 steht an erster Stelle.

image

Dieses Image habe ich angewählt und danach den image Button gedrückt um die VM zu konfigurieren, oder besser gesagt, konfigurieren zu lassen. Ach, wie schön ist es doch, Arbeit delegieren zu können…..

Konfiguration des virtuellen Computers

Die Konfiguration ist eine recht einfache Sache - geschieht in drei einfachen Schritten.

Im ersten Schritt sollte man vorsichtig sein, hier ist folgendes einzugeben:

· Der Name des virtuellen Computers. Unter diesem Namen (plus der Erweiterung .cloudapp.net) ist später derselbe über Remote Desktop erreichbar. Der Name muss weltweit eindeutig sein und ist später nicht mehr änderbar.

· Die zweite Auswahl betrifft die Art und Größe der zugrunde liegenden Hardware. Je stärker, umso mehr Kosten fallen pro Monat an. Ich habe den Vorschlag auf A1 zurück gesetzt, das bedeutet 1 Core mit 1.75 GB RAM und (maximale) Kosten von €45,-- pro Monat (dazu aber später noch etwas mehr).

Im zweiten Schritt kann die Region des virtuellen Computers angepasst werden. Diesen habe ich auf Westeuropa geändert. Besondere Beachtung sollte man den Ports widmen, diese werden später zur Herstellung der Verbindung benötigt.

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Im abschließenden dritten Schritt erkennt Ihr die rechtlichen Bestimmungen von Microsoft an, danach kann es auch schon losgehen.

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Unser Job ist getan, jetzt sind wir nur noch wenige Minuten davon entfernt, unseren virtuellen Computer auszuführen.

Start des virtuellen Computers

Nach dem Klick auf image wird der virtuelle Computer angelegt, was in der Statusanzeige sehr schön ersichtlich ist.

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Nach einigen Minuten ist der virtuelle Computer bereit, die Statusanzeige wechselt auf ‚wird ausgeführt‘.

image

Das war es auch schon. Jetzt werden wir uns noch mit Remote Desktop an den soeben erstellten virtuellen Computer verbinden.

Verbinden mit Remote Desktop

Auf meinem lokalen Notebook starte ich Remote Desktop und stelle eine Verbindung zu meinem vorhin angelegten virtuellen Computer her.

imageimage

Das dauert ein paar Sekunden, danach kann ich Visual Studio 14 CTP 2 starten und gleich einmal auf meine Person aktivieren.

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Voila, einem ersten Test von Visual Studio 14 CTP 2 steht nun nichts mehr im Wege – und das ganz ohne eigenes Risiko eine (bestehende) Installation durch die CTP unbrauchbar zu machen….

Kosten der VM

Das Ganze hat natürlich auch seinen Preis. Ich habe das einmal herausgesucht, Ihr könnt das gerne selbst kontrollieren unter: http://azure.microsoft.com/en-us/pricing/details/virtual-machines/

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Die Kosten von €45,-- pro Monat sind  für die gebotene Leistung an sich schon eine feine Sache. Wenn ich diesen virtuellen Computer aber gerade nicht benötige, kann ich diesen jederzeit im Management Portal herunterfahren, um Kosten zu sparen.

Stoppen der virtuellen Maschine

Mittlerweile wird von Microsoft eine minutengenaue Abrechnung durchgeführt und gestoppte VMs produzieren keinerlei Kosten. Das Herunterfahren ist ganz einfach mit dem Button imageim Management Portal zu bewerkstelligen.

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Das bedeutet, dass es sich durchaus lohnt, virtuellen Maschinen im Azure Management Portal herunterzufahren, denn damit lassen sich die Gesamtkosten für die Infrastruktur verringern. Viele Server müssen nämlich nur während der regulären Bürozeiten im Betrieb sein und können über Nacht beendet werden. Ähnlich verhält es sich natürlich mit der hier vorgestellten Entwickler VM, diese kann zu Zeiten, wo der Entwickler sich seinen wohl verdienten Schlaf gönnt, heruntergefahren werden.

Azure SDK 2.4 und Azure VMs in VS 2013

Mit der neuen Version 2.4 des Azure SDKs (und dem Update 3 von Visual Studio 2013) ist es nun möglich, den virtuellen Computer direkt in Visual Studio 2013 zu konfigurieren. Die zuvor erstellte VM wird im Server Explorer im Azure/Virtual Machines Knoten aufgelistet.

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Starten, Stoppen, Konfigurieren und sogar Debuggen ist schon länger möglich, der „Configure…“ Menüeintrag ist allerdings neu und öffnet ein neues Fenster mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

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Perfekt, so muss man nicht in das Azure Portal wechseln, wenn man Einstellungen kontrollieren, oder anpassen möchte. Ich frage mich gerade ernsthaft, ob ich meinen neuen, gerade bestellten Server nicht gleich wieder zurück schicken soll…..

Zusammenfassung

Ich denke Microsoft hat eine sehr elegante und auch kostengünstige Lösung für Entwicklungsteams geschaffen, um „schnell einmal etwas auszuprobieren“ – wie etwa Beta Versionen, neue Major Releases, oder einfach nur vorgefertigte virtuelle Computer, die ein bestimmtes Thema abdecken, an dem man gerade interessiert ist (z. B. BI mit dem SQLServer 2014).

Als kleine Randnotiz möchte ich noch anfügen, dass ich parallel zur Erstellung des oben beschriebenen virtuellen Computers auf meinem Notebook das Update 3 für Visual Studio 2013 installiert habe. Es war ein knappes Rennen, der virtuelle Computer mit Visual Studio 14 CTP 2 war aber um einige Minuten schneller verfügbar. Ich kann nur sagen: Echt beeindruckend!


Berndt Hamböck ist seit 2007 MCT, darüber hinaus befasst er sich mit Lösungen für komplexe Anwendungsszenarien mit den neuesten Microsoft Technologien. Die Erfahrungen aus der Projektarbeit gibt er in Vorträgen und Trainings weiter und begleitet Entwicklerteams in Softwareunternehmen bei Projekten im Microsoft Umfeld.

„Das ist ein Gastbeitrag. Die Meinung des Autors muss sich nicht mit jener von Microsoft decken. Durch den Artikel ergeben sich keinerlei Handlungsempfehlungen. Microsoft übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben.“

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Comments (2) -

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8/14/2014 10:35:33 PM #

Ja - diese VMs mit Visual Studio sind wirklich fein. Früher hatte ich am Weg zum Kunden oft eine zweite Maschine als Backup mit. Heute habe ich dafür eine VM in der Cloud, die notfalls zum Einsatz kommt.

2 Anmerkungen habe ich jedoch:
In der Gallery gibt's das VS 14 CTP derzeit nur auf einem Windows Server. Für die Entwicklung einer Windows Store App benötigst Du aber Windows 8 (wie du weiter oben richtig schreibst).
Für das aktuelle VS 2013 gibt's dankenswerterweise eine VM auch mit Windows 8.1.

Windows Phone Development ist aber auch damit leider nicht möglich, denn das WP SDK läuft nicht in einer virtualisierten Umgebung (weil der Emulator selbst Hyper-V benötigt).


Und hier noch ein Tipp, wie man sich dann auch mit seinem Microsoft Account an seiner Windows 8.1 VM in Azure anmelden kann: http://www.mutzl.com/2014/05/win81-azure-vm-2/

Hope that helps!
Thomas

Thomas Mutzl Österreich

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8/20/2014 2:46:31 PM #

Den virtuellen Computer gibt es nun auch bereits für die neue Visual Studio 204 CTP3!

Berndt Hamboeck Österreich

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