Webentwicklung in der Cloud – Step by Step

Von Christian Vorhemus Autor Feed 18. February 2013 09:39

Websites gelten gemeinhin als moderne Visitenkarte eines Unternehmens oder Freelancers und auch unter Privatpersonen ist es mittlerweile gang und gäbe, den Familienname als Domain zu reservieren und eine Webpräsenz zu erstellen. Mittlerweile existiert auch eine Fülle an Providern, die das Hosting der Seite übernehmen und ebenso vielfältig und fast schon unüberschaubar sind die unterschiedlichen Angebote. Für dieses Tutorial soll auf Windows Azure zurückgegriffen werden, wobei das komplette Angebot für 90 Tage kostenlos verwendet werden kann. Azure bietet dabei die Möglichkeit, dass alle notwendigen Dienste wie zB Datenbankserver oder CMS mit wenigen Klicks konfiguriert und mit der Website verknüpft werden können, ohne zusätzliche Services zukaufen zu müssen. In Sachen Security bietet Azure außerdem die Möglichkeit auszuwählen in welcher Region der Welt die Daten gespeichert werden sollen. Für die gesamte Aufbereitung inklusive Designwahl und Bereitstellung von Inhalten ist kein zusätzliches Programm notwendig, alles läuft online via Browser ab. Die folgenden Schritte sollen in diesem Tutorial bearbeitet werden:

 

Schritt 1: Registrierung für Azure

Zunächst wird auf http://www.windowsazure.com/de-de/pricing/free-trial/ ein kostenloser Azure-Account erstellt. Notwendig dazu ist ein Windows-Live-Konto (siehe hier – man erhält die Option entweder eine neue Email-Adresse anzulegen oder eine bestehende Mailadresse als Windows-Live-ID zu verwenden) sowie eine Kreditkarte und eine Mobiltelefonnummer.

 

Die Kreditkarte wird ebenso wie die Telefonnummer allein zur Identifizierung verwendet, es fallen keine Kosten an. Der Anmeldevorgang ist relativ selbsterklärend: Nach Anmeldung mit der Windows-Live-ID wählt man im erscheinden Dropdown-Feld „Österreich“ aus und gibt in den darauffolgenden Fenstern Kreditkarten- und Telefonnummer ein. Nach Bestätigung aller Daten erscheint das Azure Management Portal.

 

Schritt 2: Anlegen einer Website

Neue Webseiten werden im Management Portal links unten mit einem Klick auf „Neu“ hinzugefügt. Wir wählen hierzu Server > Website > Aus Katalog.

 

Im nun erscheinden Menü lassen sich eine Reihe an Web-Apps aus unterschiedlichen Themengebieten auswählen. Im Unterpunkt CMS stehen unter anderem Joomla, DotNetNuke oder Wordpress zur Verfügung. Erwähnenswert ist hierbei, dass auf Windows Azure auch PHP basierte Anwendungen wie eben Joomla problemlos laufen. DotNetNuke läuft – wie der Name wenig überraschend vermuten lässt – auf .NET-Basis und bietet vor allem den Vorteil eines modularen Aufbaus, wobei einzelne Module per Drag&Drop direkt in die Website gezogen und mittels WYSIWYG-Editor bearbeitet werden können. Von DotNetNuke stehen die „Community“ und die „Professional“-Edition zur Auswahl, wobei wir die Community-Edition wählen. Die Professional-Edition bietet im Vergleich zur CE erweiterte Einstellungsmöglichkeiten und umfassenden Produkt-Support, für unsere Zwecke genügt jedoch fürs erste die kostenlose Community-Edition.
Im nachfolgend erscheinenden Fenster vergeben wir einen Namen für die Website, hier wurde „meinewebsite“ gewählt. Die URL unter der die Seite erreichbar ist, wird dann meinewebsite.azurewebsites.net lauten, wobei zu beachten ist, dass jeder Name weltweit nur einmal vergeben werden kann. Selbstverständlich ist es durch CNAME-Einträge möglich, eine eigene Toplevel-Domain aufzuschalten, damit die Seite zB unter www.meinewebsite.com erreichbar wird. Im Datenbank-Dropdownfeld wählen wir „Neue SQL-Datenbank erstellen“ und eine Region nach Wahl. Azure garantiert, dass die Daten auch tatsächlich nur in der entsprechenden Region bleiben und nicht anderswo gesichert werden. Hier wählen wir im Dropdownfeld „Westeuropa“ aus.

 

Im nächsten Schritt legen wir auch einen neuen SQL-Datenbankserver an, der sich darum kümmert, dass Daten unserer Seite in einer relationalen Datenbank gespeichert werden. Hierzu wird lediglich ein beliebiger Name der Datenbank benötigt sowie ein Benutzerkonto mit beliebigem Anmeldenahmen und Passwort.
Mit einem Klick auf das Häkchen rechts unten legt Azure nun automatisch in den nächsten Minuten die Website, die Datenbank, sowie alle notwendigen Verbindungen an. Es sind keine weiteren Konfigurationen notwendig.

 

 

Schritt 3: CMS aufsetzen

 Sobald im Azure Management Portal ein grünes Häkchen neben der Website erscheint, sind Website und Datenbank angelegt. Im letzten Schritt folgt nun noch die Konfiguration von DotNetNuke. Dazu surfen wir im Browser die URL an, die wir im vorherigen Schritt angegeben haben, in unserem Beispiel meinewebsite.azurewebsites.net. Das erstmalige Laden der Seite dauert etwas länger, danach erscheint folgendes Menü:

 

Hier füllen wir die Benutzerdaten des Superusers aus. Dieser Benutzer hat volle Berechtigungen und kann die Website bearbeiten, neue Benutzer freischalten oder generell die Seite administrieren. Um die Spalte "Datenbank-Informationen" ausfüllen zu können, wechseln wir in das Azure Management Portal (https://manage.windowsazure.com), wählen dort im Menü "SQL-Datenbanken" aus und klicken auf den Name unserer Datenbank (in unserem Beispiel: meinewebsite_db):

 

Scrollt man ein wenig nach unten, erscheint rechts in der Spalte der Name unseres Datenbankservers. Wir kopieren den "Servername" und wechseln zurück auf unsere Seite meinewebsite.azurewebsites.net.

 

Hier tragen wir unter „Datenbank-Server“ die kopierte URL ein, als „Name der Datenbank“ jenen Namen, den wir am Ende von Schritt 2 der Datenbank gegeben haben (in diesem Beispiel: meineseite_db). Unter „Sicherheit“ wählen wir „benutzerdefiniert“ und geben unter Anmeldenamen den Usernamen an, den wir bei der Konfiguration des SQL-Servers gewählt haben und fügen diesem ein „@“ sowie die Datenbank-URL an. Als Passwort wählen wir jenes Passwort aus, das wir ebenfalls bei der SQL-Serverkonfiguration angegeben haben. Wenn ein Klick auf „Weiter“ zu einer Fehlermeldung führt, dann wurden entweder die URLs, der Username oder das Passwort nicht richtig gesetzt. Andernfalls startet die finale Konfiguration von DotNetNuke.

 

Die nun folgende Konfiguration läuft automatisch ab. Falls die Installation fehlschlagen sollte (die Gründe dafür können sehr verschieden sein), steht ein „erneut versuchen“-Button zur Verfügung. Funktioniert auch das nicht, hilft womöglich nur ein kompletter Neustart ab Schritt 2. Im weitaus häufigeren Fall wird die Installation erfolgreich beendet und eine entsprechende Meldung angezeigt. Mit einem klick auf „Website aufrufen“ gelangt man nun zur fertigen Website.

 

Schritt 4: Erste Schritte in DotNetNuke

DotNetNuke gibt bereits von Haus aus eine eigene Beispielseite mit dem Namen „Awesome Cycles“ aus. Das Website-Logo kann zB unter „Administration“ > „Website Einstellungen“ im Unterpunkt „Darstellung“ geändert werden. Möchte man die Seite mit Bildern oder eigenen Texten füllen, klickt man rechts oben auf „Diese Seite bearbeiten“. Über den einzelnen Inhaltselementen tauchen nach einem reload der Seite kleine Icons auf, wobei man den Inhalt mit einem Klick auf das pencil-Icon und einem weiteren Klick auf „Inhalt bearbeiten“ ändern kann.

 

DotNetNuke ist modular aufgebaut, sodass erweiterte Funktionalitäten wie zB ein Nachrichtensystem im Unterpunkt „Module“ > „Neues Modul erstellen“ einfach mittels Drag&Drop in die Seite gezogen werden können. Es ist außerdem möglich, externe Module zu installieren oder das Layout der Website zu verändern, indem neue „Skins“ installiert werden. Weitere Informationen zur Bedienung von DotNetNuke finden sich im „Erste Schritte“-Video oder in der Video-Library.

 

Ressourcen:

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