VUE 11 Rendering mit Windows Azure

Von Andreas Pollak Autor Feed 29. January 2013 02:43

Heute mal etwas anderes Smiley. Nachdem ich mich privat mit Special Effects und virtuellen Landschaften beschäftige und das Rendering davon schon manchmal etwas lange dauern kann habe ich mal überlegt, ob ich nicht Windows Azure dafür nutzen könnte. Hier mal gleich ein Bild wie so ein Render aussehen kann:

Trees

Für das Rendering von virtuellen Landschaften verwende ich das Produkt VUE 11 Infinite von e-on Software. Freundlicherweise kommt diese Lizenz mit 5 Rendernode Lizenzen (Render Cow’s). D.h. ich könnte theoretisch 5 Rendernodes gleichzeitig nutzen. Wenn ich 5 Maschinen hätte. Und da kommt Windows Azure ins Spiel.

Leider ist die Installation der Render Cows in das Gesamtinstallationspaket von VUE integriert (nicht sehr clever bei ca. 900 MB). Dabei werden für die RenderCows nur 119 MB (gezippt) benötigt. Das heißt wir werden das Installationspaket mal verkleinern Smiley.

Hier die Übersicht über die einzelnen Schritte, denn es wird eine etwas längere Anleitung und ist in erster Linie für Personen interessant die virtuelle Maschinen in Azure ausprobieren wollen oder jene die auch VUE lizenziert haben.

  1. Render Cow Installationsgröße verkleinern
  2. Windows Azure konfigurieren
    1. Preview für virtuelle Maschinen freischalten
    2. Virtuelle Maschine anlegen
    3. Virtuelle Maschine konfigurieren
      1. Internet Explorer Security
      2. Firewall
      3. RenderCow installieren und aktualisieren
  3. Test Lauf mit Vue 11 Infinite
  4. VM Image-Template erstellen

Render Cow Installationsgröße verkleinern

  1. Eine beliebige Standalone Maschine nehmen und dort eine Instanz der “RenderCow” installieren. Dazu ist leider seit VUE 10 das komplette Package (ca. 900 MB) notwendig.
    imageimage
    ACHTUNG: Im Hintergrund wird „Visual C++ 2008 SP1 Redistributable Package (x64)“ installiert. Dieses muss man unbedingt auf Windows Server 2012 nachinstallieren (siehe weiter unten)!

    image
    In diese Verzeichnisse wird die „RenderCow“ installiert. Später werden wir auf der Azure Maschine genau diese Verzeichnisse verwenden
  2. imageDie Checkbox für Autostart kann man deselektieren, da wir ja das Rendering in Windows Azure durchführen möchten. Wichtig:Da es sich hier um kein Windows Service handelt muss die „RenderCow“ unter jeder Maschine mit einem angemeldeten Benutzer gestartet werden.

  3. Nun verpacken wir das Verzeichnis „C:\Program Files\e-on software\RenderCow“ in einer handlichen ZIP-Datei.
    image
  4. Die Datei %ProgramData%\e-onsoftware\Vue 11 Infinite RenderCow.reg packen wir idealerweise gleich mit dazu. Diese wird benötigt wenn die Render Cow aktualisiert werden soll.
  5. Das laden wir jetzt auf unser kostenloses Skydrive: http://skydrive.live.com. Um dieses Service zu nutzen braucht man lediglich ein kostenloses Microsoft Konto (Für Windows Azure benötigt man sowieso ein Microsoft Konto).

Windows Azure konfigurieren

Windows Azure Account erstellen / anmelden

Als nächstes müssen wir unsere virtuellen Rendermaschinen auf Azure konfigurieren. Wer noch keinen Azure Account hat, kann hier die kostenlose Trial-Variante ausprobieren(immerhin für 3 Monate 750 small compute hours pro Monat). Eine gute Alternative ist die Nutzung der MSDN Subscription die ein gewisses Kontingent von Windows Azure beinhält . Wer bereits eine MSDN Subscription besitzt kann Windows Azure einfach hier aktivieren (Costcapping verhindert anfallende Kosten).

Unter https://windows.azure.com/ kann man sich nun auf dem Windows Azure Portal anmelden.

Preview für virtuelle Maschinen freischalten

clip_image002Unter https://account.windowsazure.com/PreviewFeatures kann man die Preview „Virtual Machines & Virtual Networks“ aktivieren.

Virtuelle Maschine anlegen

Im seitlichen Menü in der Azure Administrationskonsole wählen wir zunächst „Virtual Machines“ an. Danach im Menü am unteren Bildschirmrand „+New

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Unter „Compute“ / „Virtual Machine“ / „Quick Create“ erstellen wir eine neue virtuelle Maschine für unsere RenderCow. Z.b. „apollakRC1“. Diese wird daher im Internet später unter „apollakRC1.cloudapp.net“ verfügbar sein. Ich habe die RenderCow mittlerweile schon auf Windows Server 2012 getestet (anders am älteren Screenshot). Dann muss das obligatorische Passwort vergeben werden und die Größe der VM gewählt werden. Für schnelles Rendering sind natürlich größere Maschinen sinnvoll. Um lediglich ein Image zu erstellen würde ich zunächst die kleinste verfügbare Instanz wählen (Die Konfigurationszeit kostet auch :-D). Unter Location wählt man ein Rechenzentrum in der unmittelbaren Nähe.

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Mit „Create Virtual Machine“ wird diese Maschine dann angelegt. Das dauert dann ein paar Minuten. Wenn die Maschine dann läuft klicken wir auf die Instanz und öffnen das Dashboard. Sollte die Maschine nicht laufen einfach auf die Schaltfläche „Restart“ in der unteren Menüleiste klicken. Das kann dann auch noch ein paar Minuten dauern *seufz*.
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Dann wählen wir den Reiter „Endpoints“ aus. Dort müssen wir die notwendigen Ports für die „RenderCow“ konfigurieren.

image

Um einen neuen Endpunkt hinzuzufügen wählen wir am unteren Bildschirmrand “+ADD ENDPOINT” aus.
image

Wir fügen den Port 5004 hinzu. Die Ports lassen sich natürlich konfigurieren. Ich verwende hier die Standardeinstellung. Hinweis: Es empfiehlt sich den Zugriff auf diese Endpunkte security-technisch einzuschränken sonst kann jede/r eure Render Cows nutzen Smiley mit herausgestreckter Zunge. In der Liste ist bereits ein Port für den „Remote Desktop“ freigeschalten. Und so sollte das Ganze dann aussehen:

image

Wir wechseln wieder in das Dashboard
clip_image001[4]

Virtuelle Maschine konfigurieren

Wir verbinden uns mithilfe des Menüs am unteren Bildschirmrands remote auf die Maschine (Schaltfläche clip_image001[6]„CONNECT“)

Wir öffnen die RDP Verbindung und geben unser Passwort (Jenes, welches wir beim Anlegen der Maschine angegeben haben) ein.

clip_image002[4]clip_image003[4]

Internet Explorer Security konfigurieren

Im Server Manager deaktivieren wir einmal zunächst die IE Security damit wir die „RenderCow“ problemlos von Skydrive herunterladen können.

clip_image002[4] clip_image005

Firewall konfigurieren

Wir wechseln in den Startschirm (Windows-Taste) von Windows Server 2012 und tippen „Firewall“ ein und wählen „Windows Firewall with Advanced Security“.

clip_image002[6] clip_image003[6]

Wir wählen „Inbound Rules“ aus. Danach auf der rechten Seite „New Rule“ und selektieren „Port“. Weiters definieren wir TCP und den Default Port 5004.

clip_image004 clip_image005[4] clip_image006

Klarerweise wollen wir Verbindungen erlauben.

clip_image007 clip_image008

Am Ende vergeben wir noch einen Namen und schließen mit „Finish“

clip_image009

RenderCow installieren

Wir laden nun unsere zuvor erstellte ZIP-Datei herunter indem wir den IE öffnen und http://skydrive.live.com ansurfen und unsere Datei herunterladen. In den Dateieigenschaften der ZIP-Datei sollten wir bei dieser noch als „sicher“ markieren, da Benutzer vor Dateien aus dem Internet speziell geschützt werden.
clip_image001[8]

Wir legen das Verzeichnis „C:\Program Files\e-on software\RenderCow“ (sollte ident sein mit unserer ursprünglichen Installation / Screenshot von einer aktuelleren Installation auf Server 2012) an und kopieren den Inhalt der ZIP-Datei in dieses Verzeichnis.

clip_image004[4]

Auf dem Desktop erstellen wir einen Shortcut auf die Datei „Vue 11 Infinite RenderCow.exe“.

Für Windows Server 2012 muss auch das Microsoft Visual C++ 2008 SP1 Redistributable Package (x64) installiert werden! (http://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=2092)

clip_image006

Nach der Installation der Redistributables müssen wir noch eine Konfiguration nachtragen damit VUE Update die aktuellen Versionen der RenderCows installieren kann. Dazu modifizieren wir die Datei “%ProgramData%\e-onsoftware\Vue 11 Infinite RenderCow.reg” mit notepad (Dazu muss man die Render Cow einfach einmal starten). Alternativ kann man die Datei einspielen die wir mitgepackt hatten (siehe oben).

clip_image007[4]

Nun können die VUE Render Cow mit einem Doppelklick starten. Die „RenderCow“ erscheint dann im Tray der Taskleiste. Achtung, das Icon kann auch versteckt sein. Mit Customize kann der Computer so konfiguriert werden, dass das Icon immer sichtbar ist.

clip_image009[4] clip_image010

Mit der rechten Maustaste kann das Kontextmenü aktiviert werden. Und mit „Show“ kann der Client angezeigt werden. Dort sehen wir dann wenn Renderszenen empfangen werden etc,… (Status).

clip_image011 clip_image012

Nun können wir uns versuchen mit VUE Infinite 11 zu verbinden. Sobald wir unseren Rendernode hinzufügenclip_image014 kann es sein, dass die Render Cow aktualisiert wird. Das kann schon eine Zeit dauern (Hier empfiehlt es sich mit dem Taskmanager zu schauen, wann der Netzwerktraffic wieder absinkt).

Wenn das Update nicht automatisch installiert, wechseln wir in das Verzeichnis: %ProgramData%\e-onsoftware\Vue 11 Infinite RenderCow\Updates und führen die Datei Archive.update.exe aus. Wurde die Datei “%ProgramData%\e-onsoftware\Vue 11 Infinite RenderCow.reg” nicht korrekt konfiguriert beendet das Programm sofort!

Ab diesem Zeitpunkt können wir unseren ersten Render mit VUE versuchen bevor wir ein Standard Image erstellen.

Test Lauf mit Vue 11 Infinite

Unter den Render Settings (F9) den External Renderer auswählen und den Render Cow Rechner in der Cloud hinzufügen.

clip_image002[8] clip_image004[4] clip_image005[8]

clip_image006[6]Bei einer erfolgreichen Verbindung steht “Idle”. Steht “Connecting” für längere Zeit wird vermutlich das Update übertragen. In diesem Fall sollte man auf der Remote Maschine das UI für die Render Cow öffnen und nachsehen, ob das Update installiert wurde.

 

 

Vor dem Rendering sollte noch die Ziel datei angeben werden und dann kann es losgehen.

clip_image008

VM Image-Template erstellen

ACHTUNG: Virtuelle Machinen in Windows Azure sind noch Preview! D.h. es kann hier zu eventuell unerwarteten Fehlern kommen.

Wir verbinden uns wieder remote auf unsere Render Cow und starten den Commandline Promt (als Administrator). Dann wechseln wir in das Verzeichnis „%windir%\system32\sysprep“.

clip_image001[10]

Wir geben Sysprep ein und drücken EINGABE. Im Tool “OOBE” auswählen, Generalize anwählen und Shutdown auswählen. Dann OK drücken. Nach einiger Zeit wird die Remoteverbindung unterbrochen und die Maschine ist gestoppt. Das kann ein paar Minuten mehr dauern.

clip_image002[6] clip_image003[8] clip_image004[6]

Im Menü am unteren Bildrand wählen wir nun „Capture“, geben den Namen für unsere virtuelle Maschine an und setzen das “Sysprepped"-Häckchen. Das Image wird jetzt erstellt.

clip_image005[6] clip_image006[4] clip_image007[6]

Auch wenn die Operation fertig gelaufen ist, tut sich noch was wenn man unter Images nachsieht. Und das kann auch noch etwas dauern. Später finden wir unter Images unsere RenderCow.

clip_image008[6] clip_image010

Sollte dies nicht funktioniert haben (Preview!) kann man das Image nochmal hinzufügen. Dazu muss man lediglich die neu erstellte VHD (die mit dem kryptischen Namen) anfügen.

clip_image012

So und nun kann der Spaß beginnen und wir können große Maschinen mit unserem Template anlegen:

clip_image014[5]

clip_image016clip_image017

clip_image018

Wichtige Hinweise noch:

  • Ihr müsst noch den TCP Endpunkt 4005 hinzufügen (siehe oben) sonst könnt ihr euch natürlich nicht mit VUE auf die Maschine verbinden.
  • Booten der Maschine alleine reicht nicht. Ihr müsst euch anmelden und die RenderCow starten! Ist leider kein Windows Service.
  • Sysprep löscht leider auch den Desktop-Link Trauriges Smiley und man muss das Teil unter dem %Program Files% Pfad direkt anwählen.

Andreas Pollak
Product Marketing Manager Visual Studio 2012 (Entwicklungs- und Testwerkzeuge)
clip_image001

Leader im Magic Quadrant von Gartner für ALM

General | Windows Azure

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Comments (1) -

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1/29/2013 1:41:18 PM #

DAS ist ein wirklich Super-Sample mit Praxistauglichkeit!! Taugt sich!! Als Grafik- und Animationsliebhaber gibt dies doppelten Mehrwert Smile

Robert John Austria

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