Von Single nach Multitouch #2: Anforderungen an Natural User Interfaces

Von Mario Meir-Huber Autor Feed 31. March 2010 14:46

Dieses Post ist Teil der Serie „Multitouch&Design“. Eine komplette Session wird hierfür auf der im März 2010 statt findenden Konferenz „Mix10“ in Las Vegas vorgestellt.

Natural User Interfaces bieten einige grundlegende Anforderungen an Gesten und Manipulationen. Beginnen wir mal mit den 5 wichtigsten Punkten, bevor es im nächsten Blog Post mit Kriterien für das Surface Device an sich weiter geht. Die Fünf Kriterien sind der Kontext der Geste/Manipulation, die Einfachheit, Metaphern für die Gesten beziehungsweise Manipulationen, eindeutige Gesten und die Eigenschaft, das Gesten beziehungsweise Manipulationen ständig wiederholt werden.

Kontext

Benutzer sollen wissen, welche Art von Gesten oder Manipulationen möglich sind. Die grafisch schönste Anwendung bringt nichts wenn Benutzer nicht wissen wie diese zu bedienen ist. Um den Kontext klar zu machen gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine dieser Möglichkeiten ist es, Animationen der Gesten zu zeigen oder die Möglichkeiten in einem Begrüßungstext zu verpacken. Des weiteren kann man auch ein Video zeigen, welches die Gesten zeigt. Am Sinnvollsten ist es jedoch, die Möglichkeiten interaktiv vorzustellen. Dies kann Beispielsweise durch eine Animation geschehen. Im Anschluss daran kann ein Video abgespielt werden, welches erklärt was hier genau passiert ist. Möglich ist es auch, das lediglich Text die Animation unterstützt.

Einfachheit

Gesten sollen einfach anzuwenden sein. Falsch wäre es wenn Gesten enorme Fingerfertigkeiten benötigen. Klar am Ziel vorbei gehen würde es, wenn man für eine häufig verwendete Geste mehrere Finger benötigt. Studien haben ergeben, das die meisten Gesten mit einer Hand gemacht werden. Darauf sollte man natürlich auch achten.

Metaphern

Nicht weniger wichtig als die Punkte eins und zwei ist die Tatsache, das man für Gesten Metaphern verwenden sollte. Dies bedeutet das Gesten einen logischen Zusammenhang mit der auszuführenden Operation haben sollen. Einfach gesagt: will man ein Objekt am Bildschirm verschieben, so soll dies durch eine einfache Verschiebung mit den Finger/Hand möglich sein. Komplexer wird es jedoch bei anderen Aufgabenstellungen. Will man etwa ein neues Objekt am Bildschirm erstellen, so kann dies durch einen Kreis gemacht werden. Objekte kann man mithilfe einer Geste, welche an ausstreichen erinnert, lösen.

Eindeutige Gesten

Vor allem durch Gesten entsteht die Gefahr, das unterschiedliche Benutzer Gesten anders ausführen. Wenn Benutzer X einen Kreis zeichnet, kann dies bei einem anderen Benutzer wie ein (Oster)ei aussehen. Es ist wichtig, das die Anwendung beide Eingaben richtig interpretiert. Manche Benutzer können Gesten genauer Zeichnen, andere nicht. Das liegt jeweils an der Geschicklichkeit des Benutzers. Es ist hierfür sehr wichtig, das man Benutzer, welche nicht diese “Gabe” haben nicht entmutigt oder gar frustriert.

Gesten bzw. Manipulationen werden ständig wiederholt

Dies weist auf den Punkt “Einfachheit” zurück. Es ist wichtig, das man sich ständig darüber im klaren ist das Gesten oft ausgeführt werden. Wenn diese sehr viel Aufwand erfordern, kann dies einen Benutzer sehr viel Kraft kosten. Daher besteht die Gefahr das Benutzer die Lust an der Anwendung verlieren.

Neben diesen 5 Punkten sollte man Gesten auch noch mit audiovisuellen Inhalten unterstützen. Wenn eine Geste scheitert kann man dies durch einen Fehlerton unterstützen oder umgekehrt durch einen Erfolgston.

Ferner ist es auch wichtig, das selektierte Elemente hervorgehoben sind – dies kann beispielsweise durch einen Schatten funktionieren.

Mario Meir-Huber

Web: www.meirhuber.de

Twitter: www.twitter.com/mario_mh

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